Wer seine Felgen aufarbeiten lassen will, stößt schnell auf die Frage: pulverbeschichten oder lackieren? Die Antwort ist in der Praxis interessanter als das schlichte Entweder-oder — denn beim originalgetreuen Herstelleraufbau kommt beides zusammen.

Bei uns gibt es genau zwei Wege: die reine Pulverbeschichtung oder den kompletten Neuaufbau im Original-Herstellerlack. Hier steht, was dahintersteckt und wann sich welcher Weg lohnt.

Der grundsätzliche Unterschied der Verfahren

Beim Lackieren wird flüssiger Lack aufgesprüht, der anschließend aushärtet. Das Verfahren ist sehr fein steuerbar — exakte Metallic-Töne und originale Werksfarben lassen sich damit präzise treffen.

Beim Pulverbeschichten wird trockenes Farbpulver elektrostatisch aufgebracht und im Ofen eingebrannt. Dabei verschmilzt es zu einer geschlossenen, deutlich robusteren Schicht als eine herkömmliche Lackierung.

Vereinfacht gesagt: Lack liegt auf dem Bauteil, Pulver verschmilzt zu einer widerstandsfähigen Hülle darum. Und genau deshalb muss man sich nicht zwingend entscheiden — der Original-Aufbau nutzt beide Stärken.

Weg 1: Die reine Pulverbeschichtung

Hier bekommt die Felge eine neue, einfarbige Pulverschicht — in praktisch jedem RAL-Ton und in unzähligen Sonderfarben, von seidenmatt bis hochglanz, von Metallic bis Struktur.

Das ist die robusteste und unkomplizierteste Lösung. Ideal, wenn eine neue Wunschfarbe aufs Teil soll oder wenn maximale Widerstandsfähigkeit im Alltagsbetrieb im Vordergrund steht.

Steinschlag, Streusalz, Bremsstaub und aggressive Felgenreiniger machen einer eingebrannten Pulverschicht deutlich weniger aus als einer normalen Lackierung. Dazu enthält Pulverlack keine Lösemittel, was für eine gleichmäßige Schichtbildung ohne Läufer oder Nasen sorgt.

Weg 2: Der originalgetreue Herstelleraufbau

Soll die Felge exakt so aussehen wie ab Werk, reicht eine einfarbige Pulverschicht nicht aus — denn Originalfelgen sind mehrschichtig aufgebaut. Genau diesen Aufbau bilden wir nach, in drei Schichten:

1. Pulver-Primer — die Grundierung. Sie liegt direkt auf dem vorbereiteten Aluminium, sorgt für Korrosionsschutz und bildet den Haftgrund für alles Weitere. Dass hier bereits Pulver zum Einsatz kommt, gibt dem gesamten Aufbau von unten her Stabilität.

2. Nasslack im Original-Herstellerfarbton — die Farbschicht. Nasslack deshalb, weil sich damit der exakte Werkston treffen lässt, inklusive feiner Metallic- und Effektpigmente, die ein Pulverlack so nicht abbilden kann.

3. Acryl-Klarpulver — die transparente Deckschicht. Sie wird wieder als Pulver aufgetragen und eingebrannt, versiegelt die Farbschicht und gibt der Felge Tiefe und Glanz. Gleichzeitig übernimmt sie den Schutz gegen alles, was von außen kommt.

Das Ergebnis: die Farbgenauigkeit einer Lackierung, aber eingepackt zwischen zwei eingebrannten Pulverschichten. Optisch original, technisch robust.

Welcher Weg passt wann?

Reine Pulverbeschichtung — wenn eine neue Wunschfarbe aufs Teil soll, wenn es um Motorteile oder sonstige Metallteile geht, oder wenn schlicht die maximal robuste Lösung gefragt ist.

Original-Herstelleraufbau — wenn der Werkston exakt getroffen werden muss. Etwa bei Restaurierungen, bei Leasingrückgaben, bei Fahrzeugen, deren Originaloptik erhalten bleiben soll, oder wenn nur einzelne Felgen aufgearbeitet werden und farblich zum Rest des Satzes passen müssen.

Hochglanzverdichten ist die dritte Möglichkeit und arbeitet ganz ohne neue Farbschicht: Dabei wird die Alu-Oberfläche selbst poliert und verdichtet. Der Glanz kommt dann aus dem Material.

Was oft übersehen wird: die Vorbereitung

Egal welcher Weg — über die Haltbarkeit entscheidet maßgeblich, was vorher passiert. Wird der alte Lack nicht sauber entfernt, bleibt Fett auf der Oberfläche oder ist das Material nicht richtig aufgeraut, löst sich auch der beste Aufbau irgendwann ab.

Deshalb gehören chemisches Soft-Entlacken und Sandstrahlen bei uns fest zum Ablauf, und Bordsteinschäden werden ausgearbeitet, bevor die erste Schicht kommt.

Wer beim Preisvergleich stutzig wird: Meist steckt der Unterschied genau hier — in dem, was man hinterher nicht sieht.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen.

Was ist der Original-Herstelleraufbau genau?

Ein dreischichtiger Aufbau, der die Werksbeschichtung nachbildet: Pulver-Primer als Grundierung, darauf Nasslack im Original-Herstellerfarbton, abgeschlossen mit Acryl-Klarpulver als transparente Deckschicht.

Warum nicht einfach alles in Pulver?

Weil sich der exakte Werkston mitsamt feiner Metallic- und Effektpigmente nur mit Nasslack treffen lässt. Primer und Klarschicht bestehen beim Original-Aufbau aber sehr wohl aus Pulver.

Hält der Original-Aufbau genauso gut wie reine Pulverbeschichtung?

Die Farbschicht liegt geschützt zwischen zwei eingebrannten Pulverschichten — Primer unten, Acryl-Klarpulver oben. Der Schutz nach außen kommt also auch hier von einer Pulverschicht.

Welche Farben sind bei reiner Pulverbeschichtung möglich?

Praktisch das komplette Pulverlack-Spektrum — von RAL-Standardtönen bis zu Sonderfarben, seidenmatt bis hochglanz, Metallic und Struktur.

Kann man eine beschichtete Felge später neu machen lassen?

Ja. Die vorhandene Beschichtung wird entfernt, das Teil neu vorbereitet und anschließend neu aufgebaut.

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